Sunday, December 19, 2010

Längst überfälliges Lebenszeichen...


Ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Habe ich nicht erst eben den letzten Post hochgeladen?! Das war im AUGUST???! Jetzt haben wir Dezember, nur noch 5 Tage bis Weihnachten und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist...Unsere kleine Marit ist immer noch unsere 'Kleine', auch wenn sie schon mächtig gewachsen ist. Von allen drei Mädchen ist sie die zierlichste. Very petite. =) Sie wird von ihren großen Schwestern angehimmelt und heiß und innig geliebt. Marit ist unglaublich nett und lächelt viel. Mit 6 Wochen hat sie schon nachts durchgeschlafen und macht es mir auch sonst unheimlich leicht. Ein kleiner Engel!

Lilian ist unser 'Cheerleader' (so nennt Jeremy sie manchmal). Sie trägt eine übersprudelnde Lebensfreude in sich und bringt uns regelmässig zum Lachen. Und das obwohl sie - zumindest aus unserer Sicht - Gründe zum sich-zurückziehen hätte. Da ist das Blutschwämmchen auf ihrer Stirn, das einfach nicht weggehen mag. Wenn ihr Haar ein bißchen zur Seite ist, fällt es arg auf und sie kriegt immer wieder komische Blicke ab und wir als Eltern doofe Kommentare ('Ist das ein Stempel?' - Hallo, warum würde ich meinem Kind einen roten Stempel auf die Stirn drücken...) Trotzdem scheint es sie nicht im Geringsten zu stören. Und dann ist da ihre Sprachentwicklung. Sie hinkt ganz schön hinterher und kann sich nicht richtig mitteilen. Immer mal wieder stottert sie arg und ist frustriert, wenn wir sie nicht verstehen. Es ist oft ein Ratespiel, was sie denn genau meint. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen! Ihr Lachen ist ansteckend und ihr Humor herrlich! Wir sind so dankbar für unsere Lilli.
Unsere Joela ist unsere Künstlerin. Unheimlich kreativ! Sie malt die tollsten Bilder und liebt es sich als Prinzessin oder Fee oder Königin oder, oder, oder zu verkleiden. Puzzles, die für Kinder ab 6 Jahren sind, macht sie mit links und sie liebt es, sich Geschichte und Lieder auf CDs anzuhören, die sie auch immer gleich in-und auswendig kennt. Sie schreibt ihren Namen mit einem kleinem Schnörksel im 'J' und legt großen Wert darauf, wie sie angezogen ist. Jeans?! Was ist das??! Röcke und Kleider müssen her, sonst schaut sie 'doof' aus. Ich versuche ja, diese mädchenhafte Eitelkeit ein bißchen unter Kontrolle zu halten, aber Recht hat sie ja: Mädchen schauen in Röcken einfach viel süßer aus, als in langweiligen Jeans. Die dann auch noch BLAU sind, und BLAU ist doch nur was für JUNGS!!!
Joela hat allerdings auch einen wahnsinns Dickkopf. Wir haben oft unsere liebe Müh und Not mit ihr und es fällt nicht immer leicht, ruhig zu bleiben.
Sie freut sich jetzt schon auf die Schule, obwohl sie 1 1/2 Jahre Kindergartenzeit vor sich hat. Und sie ist eine supertolle große Schwester. Sie spielt oft stundenlang mit Lilian und kümmert sich rührend um Marit.
Gott hat sie so sehr mit so vielen Gaben gesegnet, dass ich es kaum erwarten kann, zu sehen, wie Er sie einsetzen wird. Unsere Erstgeborene...
Joela achtet darauf, dass auch Marit 'standesgemäss' gekleidet ist. So kommt es des öfteren vor, dass ich sie im Kinderzimmer (nachdem ich mal kurz weg war) mit Federn im Haar und im Tutu vorfinde.

Für mich als Mama ist jeder Tag eine riesengroße Herausforderung! Drei kleine Mädchen, die mich alle auf ihre ganz spezielle Art und Weise brauchen und das dann auch noch oft gleichzeitig. Es kommt nicht selten vor, dass alle drei im Chor weinen und jammern und ich weiß dann nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Seit Marits Geburt ist es mir noch einmal sehr, sehr, sehr deutlich geworden, dass ich diese Aufgabe nicht alleine schaffe. Ich brauche Jesus in jeder Minute, um eine liebevolle, geduldige, gerechte, mutige, weise, kreative Mama zu sein. Ich bin noch lange nicht da, wo ich gerne sein möchte und wie Jesus mich heute schon sieht...so viel ist noch im Argen in meinem eigenen Herzen und ich muss darauf achten, meine Kinder nicht dafür leiden zu lassen, weil es mir manchmal nicht gut geht. Oder weil ich müde bin und mich ausgebrannt fühle. Mutter sein bedeutet Opfer bringen, tagaus, tagein. Und die unermüdliche Arbeit wird an keinem Gehalt gemessen, man bekommt keinen Bonus, keine Kranktage, keinen Urlaub. Kein Chef klopft dir auf die Schulter und sagt 'Gut gemacht' und oft fühle ich mich sehr allein. Besonders wenn Jeremy über Nacht wegen seiner Arbeit nicht zu Hause ist. Dann ist es so, als würde die Last der Erziehung ganz allein auf meinen Schultern liegen. Aber ich erlebe immer wieder, wie Jesus mir neue Kraft schenkt, neue Perspektiven gibt und neue Liebe für meine Kinder. Mama sein ist in dieser Zeit meines Lebens Gottes Berufung für mich und ich will meine ganze Leidenschaft in diese Aufgabe hineingeben.